Am 26. Oktober waren wir zum zweiten Mal im "Reserva Biológica União" (Rebio) Saltinho. Diesmal für den Kurs "Biologia da Conservação" (Naturschutzbiologie) und um unsere Nussfrüchte, die wir letztes Mal für ein anderes Projekt dort im Wasser positioniert haben, wieder einzusammeln. In einem Rebio-Reservat ist es nicht erlaubt das Gebiet ohne triftigen Grund, wie z.B. Wissenschaftliches Monitoring/Untersuchungen, zu besuchen. Im Reservat gibt es viel Wildnis und quasi unberührte Natur (Trotz teurer Schutzmaßnahmen gibt es immer wieder Wilderei in dem Areal) zu entdecken und daher lässt es sich auch verschmerzen dasselbe Gebiet ein zweites Mal zu besuchen, anstatt irgendwo anders hinzufahren. Allerdings gab es diesmal auch eine Präsentation und eine andere Wanderroute durch den Wald als beim ersten Mal.

Vor, in und hinter diesem See haben wir auf der letzten Exkursion unsere Nussfrüchte säckchenweise im Wasser verteilt um Wasserinsekten anzulocken und um die Zusammensetzung derer Faunen später im Labor zu vergleichen. Direkt bei den ersten Säckchen viel auf, dass irgendein größeres Tier im Reservat die Nüsse wohl auch lecker findet, denn sämtliche Säcke hatten faustgroße Löcher und waren "nusslos". Die weiteren Säckchen hatten dann zum Glück noch teilweise ihren Inhalt.

Man hat es schon gerochen: Mitten auf dem Weg lag dieser kopflose Schlangenkadaver herum. Der Größe nach zu urteilen muss es sich um ein recht stattliches Tierchen gehandelt haben.

Auf dem Gelände stehen vereinzelt verlassene Gebäuderuinen herum. Hier haben sich einige frugivore (fruchtfressende) Fledermäuse niedergelassen.

Brettwurzeln geben Baumriesen den nötigen halt den sie benötigen um aus dem Kronendach über "herkömmliche" Arten hinwegzuwachsen.

Dies ist Caesalpinia echinata, ein besonderer Baum für Brasilien: In den Anfangszeiten der portugiesischen Kolonialisierung hatte das Holz einen großen Stellenwert als (damals noch einzige) natürliche Ressource, die von der Kolonialmacht kommerziell genutzt wurde. Auf Grund der ökonomischen Bedeutung des karminroten Brasilholzes (Brasil leitet sich ursprünglich vom portugiesischen Wort für Glut - brasa - ab) wurde das Land auf dem es wuchs kurzerhand nach ihm benannt: Terra do Brasil - Brasilien
Man könnte nun behaupten, dass die Benennung eines Landes nach einer kommerziell wertvollen Holzart damals schon ein schlechtes Omen für die Zukunft des tropischen Regenwaldes war und in der Tat: Der Raubbau dieser Art hat erheblich zum Verschwinden des Atlantischen Regenwaldes - dem Mata Atlântica - beigetragen von dem heute nun kaum mehr als 1% (!) der ursprünglichen Fläche (ehemals 15% der Fläche Brasiliens) übriggeblieben ist. Die Artenvielfalt des Mata Atlântica ist gehört weltweit mit zu den höchsten und übertrifft locker die des Amazonas. Leider gehört der Wald auch durch das gewaltige Ausmaß der Zerstörung, der Fragmentierung der Überbleibsel und durch das Fehlen eines effektiven Schutzmanagements zu den gefährdetsten Lebensräumen der Erde.

Auf den Straßen die um das Gebiet führen weisen Schilder mit allerlei Tierarten die Autofahrer auf Achtsamkeit hin.


Was gibt es besseres als nach einer anstregenden Exkursion in den schwülen und heißen Regenwald ein erfrischendes Bad in einem Wasserfall zu nehmen?

Diese Spinne war ebenfalls überall im Reservat zahlreich anzutreffen. Es handelt sich um die Art Nephila clavipes, ziemlich große Spinnen die Beinspannweiten von bis zu 20 cm erreichen können (Jedenfalls die Weibchen, die Männchen sind im Verhältnis Winzlinge). Überall in den wärmeren Regionen Amerikas gibt es diese Spezies in allerlei Farbvarianten. In Brasilien kommen nur zwei Vertreter der fast weltweit verbreiteten Familie (Nephilidae) vor. Das Netz der Spinne ist dermaßen kräftig, dass die indigenen Einwohner des Amazonas es zum Fischen benutzen und ist daher im Moment auch Gegenstand der Materialforschung.
Am 31. Oktober haben wir unsere Freizeit genutzt um im Wald im Stadtteil Várzea (Várzea bezeichnet Ufergebiete die saisonell von Weisswasser überflutet sind) zu spazieren.

Wieder überall anzutreffen: Nephila clavipes
Es bedarf schon wachsame Augen um nicht ausversehen in ein Netz eines dieser Tierchen zu laufen.

Eine Jaca, Jack- oder Jacobsfrucht (Artocarpus heterophyllus). Diese Bäume mit ihren eindrucksvollen und schmackhaften Sammelfrüchen (sollen angeblich bis zu einen Meter lang werden können bei einem Durchmesser von bis zu 50 cm!) sind zwar überall anzutreffen, aber einheimisch ist diese Pflanze nicht. Es handelt sich um einen Neophyten (eingebürgerte Pflanzenart) aus Indien.


Viele Tiere sind von ihrer Erscheinung her an ein Leben zwischen der Schicht abgestorbener Blätter angepasst wie diese Heuschrecke und dieser Falter. Passend zur Erscheinung verharren die Tiere auch regungslos wenn man ihnen nahe kommt um keine Aufmerksamkeit zu erregen und flüchten erst in letzter Sekunde.

Nach dem Ausflug haben wir noch einen Bekannten getroffen der Mitbetreiber eines Jugend- und Kulturzentrums in Várzea ist und mit ihm eine kleine Jamsession gestartet. Mittlerweile habe ich mir auch selber ein Berimbau zugelegt.
Vor, in und hinter diesem See haben wir auf der letzten Exkursion unsere Nussfrüchte säckchenweise im Wasser verteilt um Wasserinsekten anzulocken und um die Zusammensetzung derer Faunen später im Labor zu vergleichen. Direkt bei den ersten Säckchen viel auf, dass irgendein größeres Tier im Reservat die Nüsse wohl auch lecker findet, denn sämtliche Säcke hatten faustgroße Löcher und waren "nusslos". Die weiteren Säckchen hatten dann zum Glück noch teilweise ihren Inhalt.
Man hat es schon gerochen: Mitten auf dem Weg lag dieser kopflose Schlangenkadaver herum. Der Größe nach zu urteilen muss es sich um ein recht stattliches Tierchen gehandelt haben.
Auf dem Gelände stehen vereinzelt verlassene Gebäuderuinen herum. Hier haben sich einige frugivore (fruchtfressende) Fledermäuse niedergelassen.
Brettwurzeln geben Baumriesen den nötigen halt den sie benötigen um aus dem Kronendach über "herkömmliche" Arten hinwegzuwachsen.
Dies ist Caesalpinia echinata, ein besonderer Baum für Brasilien: In den Anfangszeiten der portugiesischen Kolonialisierung hatte das Holz einen großen Stellenwert als (damals noch einzige) natürliche Ressource, die von der Kolonialmacht kommerziell genutzt wurde. Auf Grund der ökonomischen Bedeutung des karminroten Brasilholzes (Brasil leitet sich ursprünglich vom portugiesischen Wort für Glut - brasa - ab) wurde das Land auf dem es wuchs kurzerhand nach ihm benannt: Terra do Brasil - Brasilien
Man könnte nun behaupten, dass die Benennung eines Landes nach einer kommerziell wertvollen Holzart damals schon ein schlechtes Omen für die Zukunft des tropischen Regenwaldes war und in der Tat: Der Raubbau dieser Art hat erheblich zum Verschwinden des Atlantischen Regenwaldes - dem Mata Atlântica - beigetragen von dem heute nun kaum mehr als 1% (!) der ursprünglichen Fläche (ehemals 15% der Fläche Brasiliens) übriggeblieben ist. Die Artenvielfalt des Mata Atlântica ist gehört weltweit mit zu den höchsten und übertrifft locker die des Amazonas. Leider gehört der Wald auch durch das gewaltige Ausmaß der Zerstörung, der Fragmentierung der Überbleibsel und durch das Fehlen eines effektiven Schutzmanagements zu den gefährdetsten Lebensräumen der Erde.

Auf den Straßen die um das Gebiet führen weisen Schilder mit allerlei Tierarten die Autofahrer auf Achtsamkeit hin.
Was gibt es besseres als nach einer anstregenden Exkursion in den schwülen und heißen Regenwald ein erfrischendes Bad in einem Wasserfall zu nehmen?
Diese Spinne war ebenfalls überall im Reservat zahlreich anzutreffen. Es handelt sich um die Art Nephila clavipes, ziemlich große Spinnen die Beinspannweiten von bis zu 20 cm erreichen können (Jedenfalls die Weibchen, die Männchen sind im Verhältnis Winzlinge). Überall in den wärmeren Regionen Amerikas gibt es diese Spezies in allerlei Farbvarianten. In Brasilien kommen nur zwei Vertreter der fast weltweit verbreiteten Familie (Nephilidae) vor. Das Netz der Spinne ist dermaßen kräftig, dass die indigenen Einwohner des Amazonas es zum Fischen benutzen und ist daher im Moment auch Gegenstand der Materialforschung.
Am 31. Oktober haben wir unsere Freizeit genutzt um im Wald im Stadtteil Várzea (Várzea bezeichnet Ufergebiete die saisonell von Weisswasser überflutet sind) zu spazieren.
Wieder überall anzutreffen: Nephila clavipes
Es bedarf schon wachsame Augen um nicht ausversehen in ein Netz eines dieser Tierchen zu laufen.
Eine Jaca, Jack- oder Jacobsfrucht (Artocarpus heterophyllus). Diese Bäume mit ihren eindrucksvollen und schmackhaften Sammelfrüchen (sollen angeblich bis zu einen Meter lang werden können bei einem Durchmesser von bis zu 50 cm!) sind zwar überall anzutreffen, aber einheimisch ist diese Pflanze nicht. Es handelt sich um einen Neophyten (eingebürgerte Pflanzenart) aus Indien.
Viele Tiere sind von ihrer Erscheinung her an ein Leben zwischen der Schicht abgestorbener Blätter angepasst wie diese Heuschrecke und dieser Falter. Passend zur Erscheinung verharren die Tiere auch regungslos wenn man ihnen nahe kommt um keine Aufmerksamkeit zu erregen und flüchten erst in letzter Sekunde.
Nach dem Ausflug haben wir noch einen Bekannten getroffen der Mitbetreiber eines Jugend- und Kulturzentrums in Várzea ist und mit ihm eine kleine Jamsession gestartet. Mittlerweile habe ich mir auch selber ein Berimbau zugelegt.