Freitag, 17. September 2010

Exkursion nach Dois Irmaos

Es ist zwar schon etwas länger her, aber lohnt sich trotzdem nochmal was drüber zu schreiben. Vor zwei Wochen hatten wir unsere erste "richtige" Exkursion in den Abschnitt des Küstenregenwalds "Dois Irmaos" (Zwei Brüder) für den Kurs Populationsökologie. Da der Abschnitt hinter dem Gelände eines Zoos liegt mussten wir zuerst durch diesen durch. Auf dem Weg sind uns so einiges an Affen und komischen Vögeln über den Weg gelaufen:





Ich poste mit Absicht keine Fotos von den eingesperrten Tieren dort, weil diese teilweise wirklich in einem erbärmlichen Zustand waren (Tapir ohne Wasser im Wasserloch; Paviane, die nur noch aus Haut und Knochen bestanden und weder Futter noch Wasser im Gehege hatten, Tiere mit offensichtlichen Entzündungen etc.).
Dafür waren die Tiere in freier Wildbahn in dem Gelände hinter dem Zoo umso spannender.

Gleich am Eingang eigentlich schon ein Highlight - auch wenn es nur schlafend an einem Ast hing: Unser erstes Faultier (Übrigens durch mein Fernglas noch überraschend gut fotografiert)

Leider sind die Bilder im Wald, da es dort recht düster war mehr oder weniger überbelichtet und kommen daher nicht so farbenfroh und grün rüber wie es auf den Fotos zu sehen ist.

Bei manchen Bäumen fragt man sich wirklich, wie diese es schaffen das Gewicht von unzähligen Epiphyten - vorwiegend Orchideen und Bromelien - zu tragen. Dieser ist dabei noch eher unterbevölkert.


Garstig und sowieso überall: Blattschneidersoldaten


Einer der künstlich angelegten Teiche auf dem Gelände.


Ein weiteres "Highlight": Mein erster Vertreter der Unterordnung der Vogelspinnenartigen. And he was not amused. Das Tierchen sieht etwas matschig aus, weil es in Drohstellung seinen Körper abgeflacht und etwas verdreht hat. Ich muss auch sagen, dass es schon ein wenig Überwindung gekostet hat so nahe für das Foto an die Spinne ranzugehen, denn wirklich sicher, ob die einen nicht doch anspringen kann ist man sich ja dann doch nicht. Und die Klauen sehen in Live gefühlt doppelt so groß aus (Groß waren sie ohnehin schon).


Das Gebäude eines, wenn ich mich richtig erinnere, inzwischen verlassenen Herrensitzes mitten im Wald und Ziel unserer Exkursion.


Schön aber gefährlich. Die auffallende Färbung signalisiert schon eindrucksvoll, dass sich dieses Tierchen mit Brennhaaren zur Wehr setzen kann.


Diese Markierungen stammen von kleinen Äffchen, die den Baum regelmäßig in Familienverbänden aufsuchen um die Rinde aufzuknabbern und den süßen Harz zu verspeisen.


Trotz Hitze stellen sich hier Gummistiefel als äußerst nützlich heraus.

Ich werde nächsten Freitag noch einmal dort im Wald unterwegs sein um für eine Projektarbeit Heuschrecken zu fangen. Leider darf man auch nur mit Vorwand in das schöne Fleckchen zum Glück geschützten Regenwald.

Grüße und bis zum nächsten Eintrag - Olli

Samstag, 4. September 2010

Einweihungsparty, Olinda und Porto de Galinhas

Letztens haben wir, nachdem wir es schon dreimal verschoben hatten, geschafft eine Einweihungsparty zu organisieren. Circa 30 Leute sind vorbeigekommen und war auf jeden Fall ein netter Abend. Da Pitú hier ja nichts kostet (1,80 € der Liter) gabs auch für alle Caipirinhas und dementsprechend war auch mein Schädel am nächsten Tag. Für Essen hatten wir auch gesorgt: Es gab eine leckere Mischung aus gebratenen Fischen, Wachteleiern, Brötchen mit Käsecreme, Doze de Limao und Bratlinge aus Würstchen. Im Großen und Ganzen war die Party ein Erfolg und wir haben viele nette Leute kennengelernt.





Das letzte Bild zeigt dann auch unsere WG. Von links: Michael, ich, André und Gustavo.

Die Nacht dann nur zwei Stunden geschlafen um rechtzeitig aufzustehen, weil wir Besuch aus Deutschland bekommen haben. Laura und Lena haben grad eine Rucksacktour durch Lateinamerika hinter sich und haben auf der Tour auch für einen Tag in der WG vorbeigeschaut. Und weil man seinem Besuch ja auch ein bisschen was bieten muss wwaren wir im schönsten Stadtteil Recifes - Olinda - und den Tag drauf am traumhaften Strand "Porto de Galinhas", was übersetzt soviel wie Hafen der Hühnchen bedeutet.


Laura und Lena sind angekommen


Die schönen Straßen von Olinda


Blick aus den Hügeln von Olinda über Recife



In Olinda ist jeden Sonntag Sambafest mit viel Tanz und Musik.



"Porto de Galinhas" ist einer der schöneren Flecken Erde in der Nähe von Recife. Es gibt viele Riffstrukturen und leider auch extrem viel Tourismus. Da wir jedoch am Montag dort hingefahren sind war es nicht ganz so voll. Trotzdem: Wenn man in einem Mob aus vier blonden Deutschen unterwegs ist findet man so schnell keine Ruhe und wird von allen Seiten angelabert. Zudem ist der Tourismus sicherlich nicht besonders gesund für das Riff. Die Fische werden gefüttert und man merkt auch, dass eine bestimmte Art dominiert und sicherlich andere, konkurrenzschwächere Arten verdrängt. Das die Korallengesellschaft in einem eher unschönen Zustand ist kann man sich bei den Massen an Touristen ja auch an den zehn Fingern abzählen.


Gruppenfoto mit Fischen


Eines der kessen Hühnchen am Strand + meine Hühnchenbrust

Freitag, 3. September 2010

Oi pessoal!

Ist schon wieder ein wenig länger her seitdem ich etwas geschrieben habe, aber dafür gibts mal wieder ein etwas größeres Update. Wir haben uns mittlerweile ganz gut eingelebt und sind auch schon seit zwei Wochen fleißige Studenten. Vor diesen zwei Wochen hatten wir zusammen mit den Ersties hier unsere Einführungstage. War irgendwie alles eher eine Mischung aus Einschulung und Kindergeburtstag, aber war spaßig und gut um Leute kennenzulernen und um Portugiesisch zu sprechen.
Neben den üblichen Veranstaltungen die man auch aus Deutschland kennt (Dekan spricht zu den neuen Studenten etc.) gab es eine Wohltätigkeitsveranstaltung für ärmere Leute, welche vor kurzem im Ort "Agua Preto" durch eine Überschwemmung ihr Hab und Gut verloren haben und eine Exkursion zu einer Fazenda nahe eines Patches des Mata Atlantica mit Gummibaumplantage, etwa zwei Stunden entfernt von Recife.

Ansprache auf der Fazenda


Auf geht's, ab geht's in den Dschungel!


Welcome to the Jungle!


Gummibäume


Zurück in der Fazenda wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt und es wurde ein Wettkampf veranstaltet. Die Disziplinen: Sackhüpfen, Eierlaufen, Luftballon-um-die-Wette-aufblasen etc. ^^


Meine Gruppe ist btw Zweiter geworden und ich habe einen kleinen USB-Stick gewonnen. :-D

Noch ein bisschen zum Campusleben:
Wir haben jetzt (logisch da wir ja auch schon studieren) unsere Kurse gewählt und Michael und ich haben auch alle Kurse gemeinsam. Das war eigentlich nicht so geplant, aber da sich viele Kurse überschnitten haben und viel nicht angeboten wurde mussten wir das so organisiern. Leider musste ich daher auch Federn lassen und konnte leider nicht Paläontologie belegen :-/
Unsere Kurse sind jetzt:
Ecologia de Ecossistemas (Ökosystemökologie)
Ecologia de Campo (Angewandte Ökologie)
Ecologia de Recifes (Riffökologie)
Ecologia de Populacoes (Populationsökologie)
Biologia da Conservacao (Naturschutzbiologie)
Also im Großen und Ganzen viel Ökologie mit vielen Exkursionen.


Vor dem CCB. Urig: Der Baum im Hintergrund steht mitten auf dem Parkplatz und das auch wohl schon länger. Jedenfalls sieht er aus als wäre er auf einmal herausgebrochen, denn niemand hat die Steine die Rund um den Baum aus dem Boden gehoben wurden weggeräumt.


Ich im Dschun... ähm ... Campus



Auf unserem Balkon: Im Moment mit weniger Unterhosen, dafür aber mit einer recht großen Sammlung an Epiphyten - vorallem Orchideen - aus dem Cytogenetiklabor von Andre.