Aieiei - schon wieder eine ganze Ecke her, dass ich mich mit Neuigkeiten gemeldet habe, aber wir hatten ja auch Prüfungsphase und man hat ja sonst auch anderes zu tun als vor dem PC Blogposts zusammenzubasteln. Wir sind übrigens super durch die Prüfungen gekommen und sind in allen Kursen im oberem Viertel und gehören in zwei Kursen ("Ecologia de Campo" und "Ecologia de Recifes") sogar mit zu den Klassenbesten. War nun aber auch nicht soooo anspruchsvoll und wenn man ein bisschen was gelernt hatte konnte man auch ganz gut durch die Prüfungen kommen.
"Letztens", also schon wieder einen Monat her, haben wir an einer Exkursion zum Thema Wasserhygiene in Tuparetama teilgenommen. Die Exkursion war vom "Department für Antibiotika" und daher für uns eher freiwillig, aber auch eine gute Chance um das Landesinnere mit seiner interessanten "Caatinga"-Vegetation kennenzulernen. Außerdem haben wir noch ein fischökologisches Projekt unseres deutschen Professors Heiko Brunken unterstützt indem wir vor Ort für ihn Daten der Fischfauna im Rio Pajeú gesammelt haben.
Mehr erkläre ich einfach mal anhand der Bilder die wir dort gemacht haben:

Tuparetama ist eine kleine, gemütliche Stadt mit einer etwas breiteren Straße und Kirche im Ortskern. Schon typisch brasilianisch, aber trotzdem weitaus weniger hektisch als das Leben in Recife.

Erstmal gewöhnungsbedürftig: Weihnachtsdeko bei fast 40°C in Tuparetama.

Das Landschaftsbild ist in der Region um die Kleinstadt Tuparetama vom Vegetationstyp der Caatinga dominiert. In erster Linie bestimmen dürrebeständige Sträuche und Kakteen das Bild. Die Region hat ein semiarides, also halbtrockenes Klima, daher ist es im Winter regnerisch und im Sommer allerdings so trocken, dass der Großteil der Flüsse einfach mal austrocknet. Am Tag unserer Ankunft hatten wir auch direkt 39°C und das obwohl die heißeste Zeit des Tages schon vorüber war. Allerdings konnten wir die Hitze in Tuparetama trotz der höheren Temperatur besser aushalten als in Recife, da die Luft logischerweise viel trockener als in der schwülen Küstenstadt ist. Ein bisschen fühlte man sich zudem wie in den Wilden Westen versetzt.

Auf Grund der zum Teil geringen Bildunginfrastriktur der ländlichen Population gibt es viele Probleme mit der Hygiene des vorhandenen Wassers. Unrat wie Schlachtabfälle und Haushaltswasser gelangt in die für die Region wertvollen Gewässer und kontaminiert mit Keimen und Parasiten die Haushalte, die ihr Wasser aus diesen Gewässern beziehen. Laut einer medizinischen Studie wird angenommen, dass ein Anteil von 80% der Bevölkerung in der Region Probleme mit Parasiten und Krankheiten, unter anderem durch die mangelhafte Wasserqualität , hat. Der See auf dem Bild ist allerdings ein Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Die Kommune hier ist sich der Problematik bewusst und hält den See auf Trinkwasserniveau und fern von Abwässern.

Das sind mal zwei ordentliche Zitronen.

Obwohl die Blütezeit der meisten Pflanzen im Winter liegt gab es trotzdem einige schicke Blüten zu bewundern.

Diese Pflanze, deren Name ich inzwischen wieder vergessen habe, wird im Notfall benutzt, wenn jemand von einer Schlange gebissen wurde. Der Zweig wird durchgebrochen und der austretende Pflanzensaft herausgesaugt. Der Saft der Pflanze soll dabei das Schlagengift etwas abschwächen können.


Wie gesagt man fühlt sich hier ein bisschen wie in der Zeit zurückversetzt im Wilden Westen. Cowboys und Rinderschädeln auf Zaunpfählen inklusive.

Zeit zum Fischen hatten wir auch genug:
Das hier zu sehende Elektrofanggerät hat allerdings aufgrund der hohen Wassertemperatur (und der damit verbundenen schlechten Konnektivität) allerdings nicht funktioniert.

Mit dem Zugnetz ging das dann schon viel besser von der Hand. Allerdings konnten wir nur zwei von acht Probestellen des Rio Pajeú befischen, da alle anderen bereits ausgetrocknet waren.

Wenig Fische ist besonders toll für Amphibien deren Brut dann nicht gefressen wird. Daher gab es hunderttausende dieser kleinen Kröten an und in den Tümpeln.

Unser "Fischereiteam"

Da wir nur zwei der Probestellen befischen konnten hatten wir natürlich auch genug Zeit für andere Aktivitäten. Zum Beispiel zum besteigen des "Monte Alegre".

Oben auf dem Berg wird die Vegetation rar und Fels dominiert. Überall entdeckt man Becken und Wasserläufe die in der Regenzeit gefüllt und im Sommer ausgetrocknet sind.

Trotz der trockenen Hitze hält sich auch ein größerer Tümpel auf dem Berg. Ohne Fische, dafür aber wieder mit Amphibien, die hier ohne Gefahr leben können von größeren Wassertieren gefressen zu werden.

Ein Krallenfrosch und wahrscheinlich die Art Pipa carvalhoi. Die zugegeben nicht grade hübschen Krallenfrösche sind dafür bekannt ihren Nachwuchs auf dem Rücken zu tragen.
Die folgenden Bilder vom Gipfel lass ich einfach mal unkommentiert, außer, dass die Aussicht einfach klasse war und die riesigen Felsen ebenfalls Eindruck hinterlassen haben.





Am Abend ging es gleich weiter und wir haben das 45. Schuljubiläum der Escola Mul. Anchieta Torres in Santa Rita besucht. Volles Programm mit von allen Klassen vorgetragenen Theater und Musikvorführungen.

Eines der beeindruckenderen Highlights war dabei sicherlich die schuleigene Fanfarentruppe:

Diese über 2m lange Boa constrictor wurde von einem Mann im Dorf gefangen. Gefährliche und vermeintlich gefährliche Schlangen werden hier häufig einfach erschlagen. Allerdings meinte der Typ, dass er das Tier wieder aussetzen wird.
"Letztens", also schon wieder einen Monat her, haben wir an einer Exkursion zum Thema Wasserhygiene in Tuparetama teilgenommen. Die Exkursion war vom "Department für Antibiotika" und daher für uns eher freiwillig, aber auch eine gute Chance um das Landesinnere mit seiner interessanten "Caatinga"-Vegetation kennenzulernen. Außerdem haben wir noch ein fischökologisches Projekt unseres deutschen Professors Heiko Brunken unterstützt indem wir vor Ort für ihn Daten der Fischfauna im Rio Pajeú gesammelt haben.
Mehr erkläre ich einfach mal anhand der Bilder die wir dort gemacht haben:
Tuparetama ist eine kleine, gemütliche Stadt mit einer etwas breiteren Straße und Kirche im Ortskern. Schon typisch brasilianisch, aber trotzdem weitaus weniger hektisch als das Leben in Recife.
Erstmal gewöhnungsbedürftig: Weihnachtsdeko bei fast 40°C in Tuparetama.
Das Landschaftsbild ist in der Region um die Kleinstadt Tuparetama vom Vegetationstyp der Caatinga dominiert. In erster Linie bestimmen dürrebeständige Sträuche und Kakteen das Bild. Die Region hat ein semiarides, also halbtrockenes Klima, daher ist es im Winter regnerisch und im Sommer allerdings so trocken, dass der Großteil der Flüsse einfach mal austrocknet. Am Tag unserer Ankunft hatten wir auch direkt 39°C und das obwohl die heißeste Zeit des Tages schon vorüber war. Allerdings konnten wir die Hitze in Tuparetama trotz der höheren Temperatur besser aushalten als in Recife, da die Luft logischerweise viel trockener als in der schwülen Küstenstadt ist. Ein bisschen fühlte man sich zudem wie in den Wilden Westen versetzt.
Auf Grund der zum Teil geringen Bildunginfrastriktur der ländlichen Population gibt es viele Probleme mit der Hygiene des vorhandenen Wassers. Unrat wie Schlachtabfälle und Haushaltswasser gelangt in die für die Region wertvollen Gewässer und kontaminiert mit Keimen und Parasiten die Haushalte, die ihr Wasser aus diesen Gewässern beziehen. Laut einer medizinischen Studie wird angenommen, dass ein Anteil von 80% der Bevölkerung in der Region Probleme mit Parasiten und Krankheiten, unter anderem durch die mangelhafte Wasserqualität , hat. Der See auf dem Bild ist allerdings ein Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Die Kommune hier ist sich der Problematik bewusst und hält den See auf Trinkwasserniveau und fern von Abwässern.
Das sind mal zwei ordentliche Zitronen.
Obwohl die Blütezeit der meisten Pflanzen im Winter liegt gab es trotzdem einige schicke Blüten zu bewundern.
Diese Pflanze, deren Name ich inzwischen wieder vergessen habe, wird im Notfall benutzt, wenn jemand von einer Schlange gebissen wurde. Der Zweig wird durchgebrochen und der austretende Pflanzensaft herausgesaugt. Der Saft der Pflanze soll dabei das Schlagengift etwas abschwächen können.
Wie gesagt man fühlt sich hier ein bisschen wie in der Zeit zurückversetzt im Wilden Westen. Cowboys und Rinderschädeln auf Zaunpfählen inklusive.
Zeit zum Fischen hatten wir auch genug:
Das hier zu sehende Elektrofanggerät hat allerdings aufgrund der hohen Wassertemperatur (und der damit verbundenen schlechten Konnektivität) allerdings nicht funktioniert.
Mit dem Zugnetz ging das dann schon viel besser von der Hand. Allerdings konnten wir nur zwei von acht Probestellen des Rio Pajeú befischen, da alle anderen bereits ausgetrocknet waren.
Wenig Fische ist besonders toll für Amphibien deren Brut dann nicht gefressen wird. Daher gab es hunderttausende dieser kleinen Kröten an und in den Tümpeln.
Unser "Fischereiteam"
Da wir nur zwei der Probestellen befischen konnten hatten wir natürlich auch genug Zeit für andere Aktivitäten. Zum Beispiel zum besteigen des "Monte Alegre".
Oben auf dem Berg wird die Vegetation rar und Fels dominiert. Überall entdeckt man Becken und Wasserläufe die in der Regenzeit gefüllt und im Sommer ausgetrocknet sind.
Trotz der trockenen Hitze hält sich auch ein größerer Tümpel auf dem Berg. Ohne Fische, dafür aber wieder mit Amphibien, die hier ohne Gefahr leben können von größeren Wassertieren gefressen zu werden.
Ein Krallenfrosch und wahrscheinlich die Art Pipa carvalhoi. Die zugegeben nicht grade hübschen Krallenfrösche sind dafür bekannt ihren Nachwuchs auf dem Rücken zu tragen.
Die folgenden Bilder vom Gipfel lass ich einfach mal unkommentiert, außer, dass die Aussicht einfach klasse war und die riesigen Felsen ebenfalls Eindruck hinterlassen haben.
Am Abend ging es gleich weiter und wir haben das 45. Schuljubiläum der Escola Mul. Anchieta Torres in Santa Rita besucht. Volles Programm mit von allen Klassen vorgetragenen Theater und Musikvorführungen.
Eines der beeindruckenderen Highlights war dabei sicherlich die schuleigene Fanfarentruppe:
Diese über 2m lange Boa constrictor wurde von einem Mann im Dorf gefangen. Gefährliche und vermeintlich gefährliche Schlangen werden hier häufig einfach erschlagen. Allerdings meinte der Typ, dass er das Tier wieder aussetzen wird.