Dienstag, 9. November 2010

Ilha Itamaracá und Coco in Olinda

Ist ja schon wieder etwas über einen Monat her, dass ich hier was geschrieben hab. Dafür gibts nun wieder zwei neue Einträge. Bilder von der großen, drei Tage langen Riff- und Strandtour für "Ecologia de Recifes" gibt es leider keine, da mir leider meine Kamera mit sämtlichen Bildern abhanden gekommen ist. :-/
Für Lau (ca. 80 Eurocent) sind wir "letztens" (ist auch schon über einen Monat her) mit dem Bus zur Insel Itamaracá 60 km nördlich von Recife gefahren. Erste Anlaufstelle dort war für uns das Zentrum für marine Säugetiere von IBAMA (= Brasilianisches Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen), welches den Schwerpunkt neben einigen regional heimischen Delfinarten vorallem auf Manatis legt, welche durch Umweltverschutzung und Verschwinden ihres natürlichen Lebensraumes, den Mangroven, bedroht sind. In Brasilien sind die Tiere schon bis auf wenige Restbestände nahezu ausgerottet.


Das Design des Kinos auf dem Gelände macht unmissverständlich klar um was es hier geht: Seekühe!


In Becken konnte man dann auch einige Exemplare der dicken Tierchen (Karibik-Manati Trichechus manatus) beobachten. Besonders aktiv waren die Unterwasser-Dickhäuter jedoch nun nicht grade. Und das Wasser war in anderen Becken so zugekotet, dass man nichts erkennen konnte, wenn nicht grad eines der Tiere zum Luftholen aufgetauchte.

Nächster Stop auf unser Itamaracá-Tour war dann das "Fort Oranje Itamaracá", eine alte Befestigungsanlage aus Zeiten der holländischen Kolonialisierung Brasiliens.

Der alte Befestigungswall am herrlich blauen Strand.


Wohl ein Beobachtungsturm oder so.


Im Inneren der Anlage die Unterkünfte und natürlich die Kirche.


Blick zum Strand vom Wall des "Fort Oranje Itamaracá"


Gegenüber befand sich dann auch direkt die "Corôa do Avião", was sich ungefähr mit "Sandbank des Vogels" übersetzen lässt. Zwar keine "Vogelinsel" wie wir sie aus unseren Breitengraden kennen und anstatt mit Nistplätzen für seltene Seevögel war das Inselchen mit Strandbars vollgeklatscht, aber es war grad Ebbe und der Strand auf der anderen Seite ist bei Niedrigwasser riesig - also sind wir rüber um ein bisschen am Strand herumzuwandern.


Ordentliche Strecke Strand. In der Mitte sieht man die kleine "Corôa do Avião" und links auf der anderen Seite lässt sich noch der Strand mit dem Fort Oranje erahnen. Mussten dann auch zügig wieder zurück als das Wasser wieder anfing zu steigen.


Ein Sanddollar. Ein Verwandter der Seeigel.

Das wars dann auch soweit von unserem Inseltrip nach Itamaracá.
Jeden Sonntag ist in der Stadt Olinda immer Coco und Samba auf den Straßen angesagt. Verschiedene Musik- und Tanzgruppen sind dann unterwegs, alles ist laut und bunt. Und da sich dies natürlich auf Bildern nicht wirklich vermitteln lässt hier zwei Videos davon:


Eine Coco-Musiktruppe. Coco gehört zur "música nordestina", ist also ein typischer Musik- und Tanzstil auf Forró-Festen des Nordosten Brasiliens.


Eine Capoeira-Angola-Gruppe. Leider kommt der Tanz/Kampfstil mit seiner enormen Schnelligkeit im Video nicht annährend so beeindruckend rüber wie in Realität.


Oben in den Hügeln von Olinda und vor dem nächtlichem Lichtermeer von Recife.


Straßenimpression aus Olinda


Caipirinha und (mehr oder weniger trinkbares) Bier gehören hier zum Wochenausklang ebenso dazu wie Coco, Samba usw.

Hier noch zwei Dinge, die nicht wirklich etwas mit dem vorherigen Postinhalt zu tun haben.

Ein Weißnacken-Blaurabe (Cyanocorax cyanopogon). Sehr intelligente Vögel, die allerlei Geräusche im Repertoire haben und daher beliebte Haustiere sind. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt allerdings weiter landeinwärts in der semiariden Caatinga.


"Deutscher erstellt virtuellen Atlas über Fische im Staat" - Na den kennen wir doch irgendwie aus Bremen!

1 Kommentar:

  1. das Bild von dir vor dem nächtlichem Lichtermeer von Recife ist derbe nice!

    Freue mich immer etwas neues von dir bzw. euch zu lesen. Auch die Bilder -die ich etwas neidisch begutachte- und die dazugehoerigen Erlaeuterungen sind immer was Feines!

    keep on writin, mon

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